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Frische Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel – 08/2015

Schlechte Raumluft macht krank – kontrollierte Wohnungslüftung schafft Abhilfe

Köln/Bietigheim-Bissingen im August 2015. Die Deutschen sind vorbildlich, wenn es um gesunde Ernährung geht, so machen einen die Zahlen einer Erhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft glauben: 22 Prozent kaufen ausschließlich Biolebensmittel, 52 Prozent zumindest gelegentlich. Was viele Verbraucher jedoch bei der Forcierung einer gesunden Ernährung übersehen, ist das Lebensmittel, von welchem sie mit Abstand am meisten konsumieren: Raumluft. Laut Fraunhofer Institut verbringen wir durchschnittlich 90 Prozent unserer Tage in geschlossenen Räumen. Da allerdings unsere modernen Bauwerke aus Gründen der Energieeinsparung luftdicht ausgeführt sind, atmen wir ohne kontrollierte Wohnungslüftungssysteme dort oft unmerklich einen gesundheitlich bedenklichen Dunst anstatt einer frischen Luftschorle. Die Investition in solche Anlagen ist daher kein Luxus, sondern genauso sinnvoll wie die Entscheidung zu vitaminreichen und schadstofffreien Speisen und sauberem Wasser.

Etwa 15 Atemzüge pro Minute macht ein durchschnittlicher Erwachsener normalerweise, jeder davon hat ein Volumen von einem halben Liter. Wenn man sich vor Augen hält, dass man minütlich also 7,5 Maßkrüge Frischluft konsumiert, wird klar, wie essentiell es ist, dass es sich dabei um ein hygienisch einwandfreies und gesundes Grundnahrungsmittel handeln sollte. Leider ist dies in unserem modernen Baustandard, dessen Hauptaugenmerk der Energieeffizienz gilt, nicht mehr so ohne weiteres möglich. Denn die Außenhüllen heutiger Neubauten oder Sanierungsobjekte werden praktisch luftdicht abgeschlossen, um Wärmeverluste zu minimieren. Konnte früher auch bei geschlossenen Fenstern grundsätzlich ein minimaler Luftaustausch über Fugen und Ritzen erfolgen, so ist dies mittlerweile ausgeschlossen. Die Folge sind rasch steigende CO2-Werte, die innerhalb von nur einer Stunde leicht von einem guten, gesunden Level von 500 ppm (parts per million, gebräuchliche Maßeinheit hierfür) auf bedenkliche Werte von über 1000 ppm klettern können. Die Folge einer zu hohen CO2-Konzentration sind Müdigkeit und Unwohlsein. Und auch andere Schadstoffe, wie etwa flüchtige organische Verbindungen, können sich bei mangelndem Luftaustausch in der Raumluft anreichern – besonders unschön, da wir nunmal bis zu 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen verbringen. Auch begünstigt die regelmäßig zu hohe Luftfeuchtigkeit in einem schlecht belüfteten, stark isolierten Haus das Wachstum von Bauschimmel. So kann ein zu geringer Luftaustausch insgesamt ein sogenanntes „Sick Building Syndrom“ auslösen, bei welchem sich die Bewohner latent unwohl fühlen und unter Umständen sogar chronische Krankheitsbilder entwickeln.

Um dem vorzubeugen, wird bei jedem Neubau und einem Großteil der Sanierungsfälle (konkret, wenn mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht werden oder mehr als ein Drittel des Daches neu gedämmt werden) die Erstellung eines Lüftungskonzepts gefordert. Diese für die Bewohner höchst sinnvolle Regelung nach DIN 1946-6 führt dazu, dass in den meisten Fällen festgestellt wird, dass ein gesundes Wohnen ohne automatische Lüftungsanlage nicht mehr möglich ist. Doch eine solche kontrollierte Wohnungslüftung hat auch zusätzliche Vorteile gegenüber früher, als es ausreichte, von Hand zu lüften: Ruß- oder Staubpartikel aus der Außenluft werden nun grundsätzlich ausgefiltert und auch der Straßenlärm bleibt dank geschlossener Fenster draußen. Für Allergiker besteht ein besonderes Plus darin, dass die meisten Systeme ganz einfach und für kleines Geld mit einem hochwirksamen Pollenfilter für die Zuluft ausgestattet werden können. Aus hygienischen Gründen ist auf eine getrennte Filterung von Zu- und Abluft zu achten. Die Anlagen arbeiten zuverlässig und hygienisch, lediglich regelmäßige Filterwechsel ein- bis zweimal pro Jahr und eine Überprüfung durch den Fachhandwerker alle zwei Jahre sind empfehlenswert.

So stellt die Wohnungslüftung nicht nur eine vernünftige Investition in die eigene Gesundheit dar – auch das Konto freut sich: Systemabhängig lassen sich die Heizkosten um bis zu 50 Prozent senken.

Mehr zum Thema Wohnungslüftung erfahren Sie unter www.wohnungs-lueftung.de, dem Verbraucherportal des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und des Fachverbands Gebäude-Klima e.V. (FGK).