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Heim-Vorteil: Gesundes Raumklima – 10/2014

Kontrollierte Wohnraumlüftung führt im Kampf gegen Schimmel, Schadstoffe und allergieauslösenden Pollen garantiert zum Sieg

Köln/Bietigheim-Bissingen im Oktober 2014. Fast jeder 6. Haushalt ist betroffen: „Sichtbarer Schimmelpilzbefall“ lautet die Diagnose aus einer repräsentativen Studie von immowelt.de, die von einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung der Friedrich-Schiller-Universität in Jena bestätigt wird. Die Jenaer Wissenschaftler haben festgestellt, dass deutschlandweit mindestens 3 Millionen Haushalte unter sichtbarem Schimmelbefall leiden – Tendenz steigend. Denn im Zuge energetischer Sanierungen an Gebäuden wird die natürliche Lüftung über Ritzen und Fugen im Mauerwerk so stark reduziert, dass Räume leichter „überfeuchten“ und damit Schimmel den Weg ebnen.

Dabei ist die zunehmende Schimmelpilzbildung in deutschen Wohnungen und Häusern nur selten auf mangelnde Sauberkeit im Haushalt zurückzuführen, sondern beruht zumeist auf vielerorts ver-änderten bauphysikalischen Rahmenbedingungen, sprich luftdichten Gebäudehüllen. Dipl.-Ing. Barbara Kaiser vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) erläutert diese Thematik: „Die optimierte Energieeffizienz von Neubauten und sanierten Altbauten hat leider den Nachteil, dass sie zu Lasten des spontanen Luftaustauschs in den Gebäuden geht. Eine energetisch wertvolle Sanierung nach der Energieeinsparverordnung (EnEV), die u.a. luftdichte Außenhüllen für Häuser und Objekte vorschreibt, verhindert allerdings eine natürliche Belüftung der Innenräume. Die Feuchtigkeit aus der Raumluft kann nicht mehr entweichen, setzt sich beispielsweise an den Wänden ab und bietet dort ideale Nistbedingungen für Schimmelpilzsporen“. Deshalb rät die „Expertin für gesundes Raumklima“ zu automatischen Lüftungslösungen in allen Gebäuden, die moderne Energie-Standards erfüllen. Alle 1,5 bis 3 Stunden tauschen moderne Wohnraumlüftungsanlagen die Raumluft komplett aus. Eine zu hohe Raumluftfeuchte wird effektiv vermieden und Schimmelpilzen die Lebensgrundlage entzogen. Vor diesem Hintergrund gibt es in Deutschland auch die Lüftungsnorm DIN 1946-6, welche im Sanierungsfall ein Lüftungskonzept einfordert, wenn in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht oder im Einfamilienhaus mehr als ein Drittel der Dachfläche neu abgedichtet werden.

Zahlreiche epidemiologische Studien zeigen, dass in Wohnungen mit Schimmelpilzbefall deutlich häufiger gesundheitliche Probleme auftreten als in schadfreien Wohnungen, berichtet Privatdozentin Dr. Caroline Herr vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Gießen und Mitglied der Kommission „Innenraumlufthygiene“ des Umweltbundesamtes. Experten gehen davon aus, dass grundsätzlich alle Schimmelpilzsporen nach dem Einatmen bei sensiblen Personen allergische Reaktionen auslösen können. In Deutschland reagieren derzeit ca. 5 Prozent der Bevölkerung sensibel auf Schimmelpilze. Im Vergleich dazu leiden lt. Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes „nur“ 2 – 3 Prozent der Erwachsenen an einer echten Lebensmittelallergie.

Eine gute Lüftungsanlage verhindert nicht nur Schimmelbildung, in dem sie die Luftfeuchte konstant auf einem unkritischen Niveau hält, sondern filtert über ihre Zuluftfilter zusätzlich Schadstoffe und Pollen aus der Luft. Speziell für Pollenallergiker bieten moderne Lüftungssysteme „Feinfilter“ an, die die Pollenkonzentration im Gebäude auf ein Minimum reduzieren. Die Wartung eines solchen Systems ist in der Regel unaufwendig: So müssen nur die Luftfilter am Gerät und in den Abluftventilen zweimal pro Jahr ausgetauscht werden. Den Filteraustausch können die Bewohner problemlos selbst erledigen. Die meisten Anlagen zeigen heute automatisch an, wann der nächste Filterwechsel ansteht. Das Innenleben der Lüftungsanlage sollte durchschnittlich alle zwei Jahre im Zuge eines Routine-Checks durch einen Fachhandwerker kontrolliert und bei Bedarf gesäubert werden.

Mehr zum Thema Wohnungslüftung und Raumklimahygiene erfahren Sie unter www.wohnungs-lueftung.de, dem Verbraucher-Informationsportal des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), e.V. und des Fachverbands Gebäude-Klima e.V. (FGK)